Das Einschlafen ist ein aktiver Prozess – man muss etwas dafür tun, aber in vielen Fällen merken wir als Erwachsene das gar nicht. Das Nervensystem des Babys ist normalerweise noch nicht in der Lage, das alleine zu tun.
Verlangsamung
Um einschlafen zu können, müssen Sie zunächst das “Feuern” der Neuronen (Nervenzellen) verlangsamen. Es gibt zwei Dinge, die wir am besten tun können, um dies zu erreichen.
Rhythmus
Der eine ist der Rhythmus – zum Beispiel das Saugen, denn es ist ein rhythmischer Saug-Schluck-Prozess, oder das rhythmische Streicheln – das richtet die Aufmerksamkeit nach innen.
Ein Stimulus hebt sich von den anderen ab
Der andere Fall ist, dass ein Reiz aus den anderen heraussticht – das ist zum Beispiel bei einem Schlaflied der Fall. Wenn du dein Baby zum Beispiel in sein Bettchen legst und es hört, wie das Müllauto vorbeifährt, der Wasserhahn läuft oder Oma mit dem Geschirr klappert, sind das die Reize, auf die die Neuronen reagieren. Wenn aber die Mutter ein Schlaflied singt, hebt sich dieser Reiz von allen anderen ab, das Baby beginnt, ihm zuzuhören, und das hilft den Neuronen, “zur Ruhe zu kommen”.
Synchronisierung
Neben der Verlangsamung findet auf neuronaler Ebene ein weiterer Prozess statt: die Synchronisation. Man kann sich das zum Beispiel so vorstellen, wie sich im Theater aus einem chaotischen Klatschen eine Applausrunde entwickelt. Auch die Neuronen beginnen langsam, sich synchron zum Takt zu bewegen, ähnlich der Synchronisation beim Klatschen.
Unser Baby braucht also Zeit, um zu lernen, allein einzuschlafen, und die beste Art, ihm dabei zu helfen, ist, es zu stillen, zu streicheln oder ihm etwas vorzusingen.
Erholsamer Schlaf erfordert ein Gefühl der Sicherheit – es braucht eine gewisse Entspannung. Es ist auch ein genetisches Erbe (in der Vergangenheit überlebte derjenige, der in Sicherheit schlief). Bei Primaten sind Schlaf und Bindung wegen der Gefahren der Nacht untrennbar miteinander verbunden. (Wir leben in einer anderen Welt, sind aber auch nachts mehr Gefahren ausgesetzt.)
Die Babymassage hilft dem Kind, sich zu entspannen (sowohl physisch als auch psychisch) und sich sicher zu fühlen, und ist daher auch wichtig für das Einschlafen und Durchschlafen in der Nacht.
In der Nacht werden mehr Wachstumshormone produziert als am Tag. Eine gute Nachtruhe hat also einen großen Einfluss auf die gesunde Entwicklung.