Affe, der mit einer künstlichen Mutter aufgewachsen ist, später als Partner und als Mutter

Bei diesen Experimenten lebte jedes Mutter-Kind-Paar in einem separaten Käfig. Zwischen den Käfigen gab es einen gemeinsamen Bereich, in dem die Welpen gemeinsam spielen konnten. Wenn die Käfigtüren geöffnet wurden, kletterten die Babys immer heraus (ihre Mütter passten nicht durch die Tür) und spielten zusammen.
Sowohl Affen, die mit einer echten Mutter aufgewachsen waren, als auch solche, die mit einer künstlichen Mutter aufgewachsen waren, kletterten gelegentlich zu ihrer Mutter zurück und brachten ihr ein Spielzeug. Der Körperkontakt wurde aufrechterhalten.

Gleichzeitig wurden die Angstreaktionen der Affen untersucht.
Wenn die Babys erschreckt wurden, rannten die mit ihren echten Müttern aufgezogenen Affen ausnahmslos zu ihren Müttern, während es den mit den Müttern ihrer Mütter aufgezogenen Affen egal war, zu welcher künstlichen Mutter sie rannten.

Die pelzige künstliche Mutter bot also eine Art Sicherheit, aber die Beziehung zur echten Mutter ist einzigartig und austauschbar, genau wie die menschliche Bindung.

Es wurde auch beobachtet, dass Affen, die in Isolation oder mit künstlichen Müttern aufgezogen wurden, im Erwachsenenalter Sex vermieden, und wenn sie es doch schafften, schwanger zu werden, wurden sie schlechte Mütter.

Tierpsychologische Experimente haben daher gezeigt, wie wichtig der Körperkontakt in der Mutter-Kind-Beziehung ist, nicht nur für die Erziehung, sondern auch für das Gefühl der Sicherheit und Unterstützung, das die Mutter vermittelt.
Und das ist absolut notwendig, damit sich das Kind allmählich stärker in seine Umwelt einbringen und seine sozialen Beziehungen richtig entwickeln kann.

Quelle: F. Mérei, A. Binét: Kinderpsychologie; Gondolat, Budapest, 1978, p. 17-22.