Erstens senden wir durch die Stimulation von Haut und Muskeln Informationen an das Gehirn. Das ist an sich schon ein Weg, um das Nervensystem zu entwickeln. Die Haut ist eines unserer Sinnesorgane, und wenn wir sie massieren, stimulieren wir sie ständig.
Sensorische Integration
Während einer Massage spürt dein Baby nicht nur deine Berührungen, sondern sieht dich auch, hört deine Stimme, riecht das Öl – fast alle Sinnesorgane nehmen also gleichzeitig Informationen auf. Die Tatsache, dass das Baby Impulse über mehrere “Kanäle” gleichzeitig empfängt, trägt auch wesentlich zur Integration der Wahrnehmung bei.
Das ist sehr wichtig! Es ist nicht nur für die Entwicklung wichtig, dass das Baby die richtige Menge an Stimulation empfängt. Im Gegenteil! Das Gehirn muss auch in der Lage sein, diese Informationen zu “sortieren”.
Dieser Integrationsprozess ist sehr wichtig für die spätere Entwicklung von Lernfähigkeiten. Es geht nicht darum, das Baby mit Reizen zu überwältigen. Wenn es zu viele Stimulationen bekommt, kann es diese nicht verarbeiten.
Es ist wichtiger, eine ruhige Umgebung für das Baby zu schaffen, und wenn es sich sicher und geliebt fühlt, kann es alle benötigten Informationen aus seiner Umgebung herausfiltern.
Reifung des Nervensystems
Zu den neurologischen Auswirkungen ist noch ein weiterer Punkt zu erwähnen. Wenn Säuglinge geboren werden, ist ihr Nervensystem noch unreif. Eine Schutzhülle, die so genannte Myelinscheide, hat sich noch nicht um die Nerven gebildet. Diese schützt das Nervensystem und beschleunigt die Übertragung von Impulsen zwischen dem Gehirn und dem Körper.
Die Schutzhülle der Nerven bildet sich erst im Alter von 2 bis 3 Jahren vollständig aus, und die Stimulation der Haut beschleunigt diesen Prozess auf natürliche Weise, wodurch die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper verbessert wird.