Die emotionale Wirkungen der Babymassage

Ich vergleiche die Babymassage gerne mit dem Stillen.
Zum Glück hört und liest man heute viel darüber, dass Stillen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch wichtig ist.
Es ist nicht nur so, dass Muttermilch die perfekteste, ideale Nahrung für ein Baby ist. Sie enthält auch Antikörper, Schutzstoffe, beruhigende Hormone werden ausgeschüttet – wie wir im vorigen Teil gesehen haben, auch während der Massage.

Baby und Mutter kommunizieren ohne Worte – das Baby sendet ein Signal an die Mutter, damit sie die richtige Menge an Milch produziert.
Und die enge Zweisamkeit, der Haut-zu-Haut-Kontakt, das gegenseitige Zuhören, das Reagieren auf gegebene/empfangene Signale, hilft Mutter und Baby, sich aufeinander abzustimmen.

Ähnliches geschieht bei regelmäßiger Massage: Das Baby lernt sich zu entspannen und erfährt ein Gefühl von Liebe, Ruhe und Geborgenheit. Das Sicherheitsgefühl und die Stresstoleranz steigen. Und alle Experten sind sich einig, dass sich Babys am besten entwickeln, wenn sie sich sicher und geliebt fühlen.

Durch die wortlose Kommunikation hören Baby und Elternteil auf die Signale des anderen, werden besser aufeinander einstimmt, und die Bindung vertieft sich.
Dieser Prozess ist sehr hilfreich für die Entwicklung der so genannten sicheren Bindung.

Mit der Babymassage haben wir also ein weiteres Hilfsmittel, um diesen Prozess zu unterstützen – und diese Möglichkeit ist für alle da!
Für diejenigen, die aus irgendeinem Grund nicht stillen können, und auch für Väter.

Und in der heutigen Welt, in der Wehen/Geburten oft nicht gerade ereignislos verlaufen und es viele Interventionen rund um und nach der Geburt gibt, ist es sehr gut, einfache Möglichkeiten zu haben, um suboptimale Ereignisse zu “heilen”.

Ich halte es auch für wichtig, dass sich das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein des Babys durch die regelmäßige Massage entwickeln. Deshalb ist es sehr wichtig, immer genau darauf zu achten, ob das Baby Lust auf eine Massage hat oder nicht. Selbst in einem so jungen Alter ist es wichtig, dass das Baby spürt, dass wir seinen Körper respektieren und dass wir ihm nichts aufzwingen.

Intensives Zuhören hilft, die Signale des anderen zu verstehen und Respekt füreinander zu entwickeln.

Das wirkt sich auch positiv auf das Selbstwertgefühl des Kindes und der Eltern aus. Das Baby gewöhnt sich daran, dass man ihm zuhört und auf seine Gefühle und Signale reagiert. Und die Eltern haben das Gefühl, dass sie eine gemeinsame Erfahrung mit dem Baby machen, die voller Freude ist und ihnen bei eventuellen Problemen helfen kann – denn das Baby beruhigt sich, schläft besser, hat weniger Bauchschmerzen und fühlt sich besser.

Die emotionale Sicherheit, zu der diese Massage mit maximaler Aufmerksamkeit ebenfalls beitragen kann, ist für die Entwicklung des Kindes essentiell. Denn wenn das Kind ein Gefühl von Selbstvertrauen entwickelt, wirkt sich das auf seine sozialen Beziehungen im Erwachsenenalter aus.