Experimente mit künstlicher Mutter

Neugeborene Kupferäffchen wurden innerhalb weniger Stunden nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und erhielten eine leblose künstliche Mutter, auf der ein brustähnlicher Behälter angebracht war (an dem die Babys saugten).
Es wurden zwei Arten von künstlichen Müttern konstruiert: eine war aus pelzigem Material mit einem Holzkopf gefertigt.
Die andere war ein Metallkäfig mit einem kaum ausgearbeiteten Kopf.
Die kleinen Affen konnten sich an beiden festhalten.

In einem Experiment hatte jedes Jungtier in seinem Käfig sowohl die Metallmutter als auch die pelzige Mutter dauerhaft dabei.
Die beiden Gruppen saugten die gleiche Menge Milch.
Allerdings verbrachten sie durchschnittlich 15 Stunden pro Tag damit, sich an die pelzige Mutter zu hängen, verglichen mit zwei Stunden pro Tag an der Metallmutter – unabhängig davon, von wem sie gefüttert wurden.

Das bedeutet, dass körperliche Nähe in der Mutter-Kind-Beziehung von größter Bedeutung ist und nicht nur mit der Ernährung zusammenhängt.

In einer anderen Studie wurde ein batteriebetriebener Teddybär in den Käfig eines Affenweibchens gesetzt, das an einer Säugeleine aufwuchs.
Der Teddybär machte ein paar Schritte und trommelte dabei.
Zuerst waren die Jungtiere erschrocken, liefen weg und klammerten sich an die pelzige Pseudomutter.
Nach und nach wurden sie immer mutiger, verließen die pelzige Mutter für eine Weile und schnappten sich das Spielzeug.
Das zeigte, dass die pelzige Mutter ihnen Sicherheit gab, allein dadurch, dass sie sich an ihr festhalten konnten.

Die Forscher analysierten auch, wie sich die spielerische Aktivität der Affenjungen in Gegenwart der Plastikmutter entwickelt und wie sie sich entwickelt, wenn sie in völliger Isolation aufgezogen werden.

Die pelzige Mutter war eine Unterstützungsquelle für die Jungen, die manchmal losließen und sich mit dem Spielzeug vertraut machten, aber immer zu ihr zurückkehrten und ihr Holzspielzeug brachten.
So entwickelte sich die Spieltätigkeit, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als bei Affen, die mit einer echten Mutter aufgezogen wurden.
Wenn die pelzige Kunstmutter jedoch nicht anwesend war, spielten die Jungtiere nicht, sondern zogen sich ängstlich zusammen, schüttelten sich, wimmerten und griffen nach Gegenständen, spielten aber nicht mit ihnen.

Selbst in Anwesenheit der Mutter liefen die mit der Metallmutter aufgezogenen Jungtiere ängstlich im Spielzimmer umher, blieben regungslos liegen oder schlugen sich auf den Boden und zeigten keinerlei spielerische Aktivität.
Dasselbe galt für die kleinen Affen, die völlig allein aufgezogen wurden.

Die Experimente im Spielzimmer haben also eindeutig gezeigt, dass Affen, die ohne eine Mutter, die ihnen Sicherheit geben könnte, aufgezogen wurden, auch wenn sie Spielzeug bekamen, überhaupt nicht damit spielen konnten.